Lucien von Römer, Dr. med., Arzt
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Seit 1906 war von Römer in der niederländischen Marine tätig. Nachdem er 1909 erstmals an einer Expedition auf Neuguinea teilgenommen hatte, ließ er sich um 1912 in Niederländisch-Ostindien (Indonesien) nieder und bekleidete dort verschiedene Ämter im Gesundheitswesen. Er spielte eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung von Epidemien und setzte sich für moderne Behandlungsmethoden bei psychischen Erkrankungen ein. Von Römer war seit 1921 verheiratet und hatte einen Sohn und einen Pflegesohn.
Magnus Hirschfeld besuchte von Römer 1931 auf seiner Weltreise und schrieb über ihn, er solle eigentlich „als Leuchte der Wissenschaft und Zierde seines Volkes” an einer niederländischen Universität tätig sein, statt „in seinen Büchern vergraben” auf Ostjava zu sitzen. Nach seiner Pensionierung 1932 praktizierte Lucien von Römer als Neurologe und Psychiater in Malang (Indonesien), wo er im Alter von 92 Jahren verstarb.
Lucien von Römer wurde von seinen Zeitgenossen bisweilen „der holländische Hirschfeld” genannt. Er war von 1904 bis mindestens 1920 Mitglied des Obmännerkollegiums des Wissenschaftlich-humanitären Komitees (WhK) und 1912 einer der Unterzeichner des Gründungsaufrufs des Niederländischen WhK (NWHK).
Schriften (Auswahl)
Römer, L. S. A. M. von (1906): Der Uranismus in den Niederlanden bis zum 19. Jahrhundert, mit besonderer Berücksichtigung der großen Uranierverfolgung im Jahre 1730. Eine historische und bibliographische Skizze. In: Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen (Jg. 8), S. 365-511.
Weiterführende Literatur
Hirschfeld, Magnus (1933): Die Weltreise eines Sexualforschers. Brugg: Bözberg-Verlag, S. 49, 159-162, 164.
Lieshout, Maurice van (1981): Stiefkind der natuur. Het homobeeld bij Aletrino en Von Römer. In: Ballas, Michael, Mattias Duyves und Jan Goossensen (Hrsg.): Homojaarboek 1. Artikelen over emancipatie en homoseksualiteit. Amsterdam: Van Gennep, S. 75-106.
Lieshout, Maurice van (2009): Lucien von Römer (1873–1965), in: Sigusch, Volkmar und Günter Grau: Personenlexikon der Sexualforschung. Frankfurt/New York: Campus, S. 602-604.
