Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

Genia Chef: (RE)THINKING TEMPTATIONS

Ausstellung

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Heimgesucht von Dämonen irdischer Gelüste kämpft der heilige Antonius gegen die Versuchung – dieses bekannte Motiv ergründet Genia Chef in seiner posthistoristischen Malerei. Dem religiös aufgeladenen Bild stellt Chef eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Psychiater Richard von Krafft-Ebing gegenüber, dessen bekanntestes Werk, die Psychopathia sexualis von 1886, das Gerüst schuf, sexuell „abweichendes“ Verhalten zu pathologisieren. Zugleich legte es die Basis dafür, dass eine moderne Sexualwissenschaft entstehen konnte. Ein Pionier dieser Wissenschaft war Magnus Hirschfeld, dem der Künstler eine illustrative Bildserie über das Buch Das dritte Geschlecht gewidmet hat.

Als Vorkämpfer der queeren Emanzipationsbewegung verstand Hirschfeld „abweichende“ Sexualität als Varianten menschlicher Entwicklung, statt sie zu stigmatisieren. Er setzte sich in den 1920er-Jahren gegen die Kriminalisierung von Homosexualität ein und ermöglichte am Institut für Sexualwissenschaft die ersten medizinischen Geschlechtsangleichungen.


Die Ausstellung (RE)THINKING TEMPTATIONS findet im Vorfeld des Magnus-Hirschfeld-Tages am 14. Mai statt, den Berlin 2024 als erstes Bundesland zum Gedenktag erklärt hat.

Vernissage: 17. April 2026, ab 18:00 Uhr
Finissage: 14. Mai 2026, ab 18:00 Uhr