DENK MAL AM ORT


In zwei Veranstaltungen im Rahmen der Reihe DENK MAL AM ORT, die in diesem Jahr ihr zehntes Jubiläum feiert, geht es um die Angehörigen der Berliner jüdischen Familie Carlé zur Zeit des Nationalsozialismus:
Am 9. Mai 2026 erinnert Oranna Dimmig vor dem Haus Rankestraße 25 mit Hilfe von Zeugnissen aus dem Nachlass von Alice Carlés Freundin Eva Siewert an die Familie Carlé. Doris Hinzen-Röhrig reflektiert die Geschichte der Familienmitglieder in Form eines Leporellos in Text und Bild. In der Rankestraße 25 lebte die Familie, bevor sie zunehmend ausgegrenzt wurde und ausziehen musste. Die Eltern Nathan und Margarethe starben im Ghetto Theresienstadt. Dem Sohn Hans gelang die Flucht nach Palästina. Die Töchter Alice und Charlotte tauchten unter, wurden aber durch das Auffliegen ihres Helferkreises entdeckt und nach Auschwitz deportiert.
Am 10. Mai 2026 lesen Oranna Dimmig und Raimund Wolfert im Gemeindehaus der Dorfkirche Kladow aus ihrem Buch „Damals wurde uns klar, dass Bleiben Lebensgefahr bedeutete“. 1943 mieteten die untergetauchten Schwestern Alice und Charlotte Carlé ein Zimmer in Kladow. Gleichzeitig saß Alices Geliebte, die Journalistin Eva Siewert, im Berliner Frauengefängnis ein. Ende August des Jahres wurden die Schwestern verhaftet, nach Auschwitz deportiert und ermordet. Erhalten sind Alices Briefe an die inhaftierte Freundin, die nach 1945 den Verlust ihrer Partnerin in berührenden Kurzgeschichten thematisiert hat.
