„Weg mit Hitler – Schluss mit dem Krieg!"
Berliner Arbeiterwiderstand 1942–1945


Zu den Widerstandskämpfern, die in dieser Ausstellung geehrt werden, gehört auch Dr. Johannes (Hans) Kreiselmaier, der zwischen 1924 und 1926 als Gynäkologe im Institut für Sexualwissenschaft arbeitete. Er wurde 1944 in Brandenburg-Görden hingerichtet.
Die Ausstellung befasst sich mit der Entstehung eines der größten Widerstandsnetzwerke in den letzten Jahres des Nationalsozialismus. Diesem Netzwerk schlossen sich etwa 500 Menschen an. Sie waren Arbeiter, Angestellte,Ärzte, Lehrer, Geschäftsleute, Ingenieure, Künster, ca. 250 von ihnen gehörten vor 1933 kommunistischen Organisationen an, 30 sozialdemokratischen, 220 waren parteilos und etwa jede Vierte eine Frau.
Unter dem Dach der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes erarbeiteten drei Töchter von Widerstandskämpfern gegen das NS-Regime, Frau Dr. Annette Neumann, Frau Dr. Susanne Riveles und Frau Dr. Bärbel Schindler-Saefkow – in Kooperation u.a. mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und der Humboldt-Universität – diese Ausstellung. Die Erarbeitung der Ausstellung wurde von den DGB-Gewerkschaften IG-Metall, ver.di und GEW und der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung unterstützt.
Mit zahlreichen neuen Fotos und Dokumenten aus Archiven und Privatbesitz werden unterschiedliche Lebenswege von Frauen und Männern gezeigt, die inmitten von Terror und Krieg unter Einsatz ihres Lebens Widerstand leisteten. Viele der hier vorgestellten Frauen und Männer hatten ihren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt im heutigen Bezirk Mitte.
Stolperstein Johannes Kreiselmaier
Der Arzt Johannes (Hans) Kreiselmaier (1892–1944) war zwischen 1924 und 1926 Mitarbeiter am Institut für Sexualwissenschaft.
Der Stolperstein, der an ihn erinnert, wurde 2008 vor dem Haus Goethestraße 3 in Berlin-Schlachtensee verlegt. Die Praxis, die Kreiselmaier ab 1938 unter dieser Anschrift führte, stellte er nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs unter anderem für illegale Besprechungen der Widerstandsgruppe um Franz Jacob (1906–1944) und Anton Saefkow (1903–1944) zur Verfügung. Johannes Kreiselmaier wurde im Sommer 1944 verhaftet und nach einem kurzen Prozess vor dem Volksgerichtshof am 27. November 1944 in Brandenburg hingerichtet.
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