Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

Armand Mergen, Prof., Dr. jur., Rechtswissenschaftler

geb. 29.1.1919 (Heffingen, Luxemburg) gest. 1.3.1999 (Bridel, Luxemburg)

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Armand Mergen, 1988. Foto und Copyright: Wolfgang Osterheld, Sammlung Centre national de littérature (CNL), Luxemburg.
Armand Mergen war ein Luxemburger Rechtswissenschaftler, Kriminologe und Publizist, der zum ersten Mal 1942 an der Universität im österreichischen Innsbruck promoviert wurde. Er hatte zuvor als Schüler und Assistent des Psychiaters Friedrich Stumpfl (1902–1997) rassenbiologische Studien durchgeführt. Nach einer Verhaftung 1943 wurde jedoch Mergens Mitarbeit am Innsbrucker „Amt für Erb- und Rassenbiologie“ beendet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Armand Mergen in Luxemburg erneut zum Dr. jur. promoviert. Mit einer Arbeit unter dem Titel „Methodik kriminalbiologischer Untersuchungen“ wurde er dann 1953 an der Universität in Mainz habilitiert. Bis zu seiner Emeritierung 1984 lehrte er hier, mit einer Unterbrechung von 1979 bis 1982, in Kriminologie und Strafrecht. In Mainz war Mergen bereits 1948 Gastprofessor gewesen. Zwischen 1949 und 1958 war er zudem als freiberuflicher Rechtsanwalt in Luxemburg sowie als Gutachter und Gerichtsexperte tätig.

Während des 1952er Kongresses des International Committee for Sexual Equality (ICSE) trat Armand Mergen offenbar nicht als Redner auf. Obwohl das ICSE im Vorfeld des Kongresses in der „Homophilenzeitschrift“ Die Insel (später: Der Weg) damit warb, dass es ihn eingeladen hatte, wird Mergens Name in den heute vorliegenden Berichten zum Kongress nicht mehr erwähnt.

Weiterführende Literatur

Anzeige, in: Die Insel (der Freundschaft und Toleranz) 1952 (Jg. 2), Nr. 8 (August 1952), [S. 39].

Brocher, Tobias, Armand Mergen, Hans Bolewski und Herbert Ernst Müller (1966): Plädoyer für die Abschaffung des § 175 (edition suhrkamp, 175). Frankfurt/Main: Suhrkamp.

Conter, Claude D. (2022): Armand Mergen. In: Luxemburger Autorenlexikon.

Mergen, Armand (1963): Sexualforschung. Stichwort und Bild (zwei Bände). Hamburg: Verlag für Kulturforschung.

Sigusch, Volkmar (2009): Armand Mergen (1919–1999), in: Sigusch, Volkmar und Günter Grau (Hrsg.): Personenlexikon der Sexualforschung. Frankfurt/Main und New York: Campus Verlag, S. 488-494.