Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

In den Zelten 6

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Der Giebel von Haus Nr. 6. Aus: Königswald, 1938.

Das Haus In den Zelten 6 errichtete der Architekt Robert Lorenz (1820–1886), seinerzeit einer der prominentesten und meistbeschäftigten Architekten Berlins, 1872/73 für sich selbst und seine Familie. Fünf Jahre später bebaute er die beiden Nachbargrundstücke Nr. 5 und 5a. Auch die Häuser In den Zelten 11 und 7 sowie die Häuser Beethovenstraße 1, 2 und 3 (In den Zelten 10) gingen auf Lorenz zurück. Nach 1887 wechselte das Haus Nr. 6 mehrfach den Besitzer, und um 1930 befand es sich im Besitz des Zentralverbands der Bäckerinnung „Germania“, der von hier seine Pensionskasse betrieb.

Zur Biografie des Architekten Robert Lorenz

Robert Lorenz stammte gebürtig aus Steingrimma bei Zeitz. 1840 kam er nach Berlin, wo er ein paar Jahre später als Eleve in die Kgl. Akademie der Künste aufgenommen wurde. Ursprünglich wollte er Bildhauer werden, er musste diese Pläne aber aus finanziellen Gründen bald aufgeben. 1849 erhielt er die Qualifikation als Maurermeister und machte sich selbstständig. 1865 kaufte er eine Ziegelei im Havelland, um seine umfassenden Bautätigkeiten ungehindert ausüben zu können. Lorenz führte in Berlin sowohl öffentliche als auch private Bauaufträge durch, die meisten seiner Bauten fielen aber im Zweiten Weltkrieg der Vernichtung anheim, so etwa auch das Elisabeth-Krankenhaus in der Lützowstraße (Tiergarten).


Weiterführende Literatur

Königswald, Harald von (1938): Das verwandelte Antlitz. Berlin: Kommodore Verlag, S. 81-120.

Kuhn, Waldemar (1965): Robert Lorenz und die Straße In den Zelten, in: Jahrbuch für brandenburgische Landesgeschichte (Jg. 16), S. 86-96.