Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. Forschungsstelle zur Geschichte der Sexualwissenschaft

In den Zelten 5a

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In den Zelten 5a, um 1935. © MHG, Berlin.

Unter der Anschrift „In den Zelten 5“ hatte einst die Schriftstellerin Bettina von Arnim (1785–1859) gewohnt. In dem Gebäude, das von dem Baumeister Heinrich Schellhorn errichtet worden war, entstand auch ihr Buch Goethes Briefwechsel mit einem Kinde (1835). Bettina von Arnim war ganze zwölf Jahre lang Mieterin des Hauses. Sie war seinerzeit nicht nur mit Johann Wolfgang von Goethe befreundet, auch persönliche Begegnungen mit Ludwig von Beethoven prägten sie und ihr Werk nachdrücklich.

Das nahe gelegene Bettina-von-Arnim-Ufer erinnert seit 1991 an die Schriftstellerin. Hier findet sich auch eine Berliner Gedenktafel, die darauf hinweist, dass Bettina von Arnim einst in dem Gebiet um die heutige Kongresshalle gewohnt hat: Ihr literarischer „Salon“ war „einer der kulturellen Mittelpunkte Berlins“. Das Schellhornsche Haus wurde 1877 abgerissen und das Grundstück in drei Parzellen, Nr. 5, Nr. 5a und Nr. 6, unterteilt.

Als Haus In den Zelten 5a entstand in der Folge ein aufwändiger Neubau, der später auch eine Konditorei enthielt.

Zur Geschichte der „Zelten-Conditorei“

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Eingang zur „Zelten-Conditorei“. © Zander & Labisch, Berlin 1912.
Der „Restaurateur“ Rudolf Aweyde, der ab etwa 1902 eine Konditorei in dem Büro- und Geschäftshauskomplex Rosenstraße 18, dem „Kaufhaus Stettin“, in Berlin-Mitte führte, eröffnete um 1903 seine „Zelten-Conditorei“ im Haus Nr. 5. Als Café war das „Zelt 5“ über Jahrzehnte hinweg eine Institution. Um 1910 überließ Anna Piper, die Eigentümerin des Nachbarhauses Nr. 5a, Rudolf Aweyde auch das Erdgeschoss ihres Hauses, damit er seinen Betrieb erweitern konnte. Nachdem das Haus um ein fünftes Geschoss aufgestockt worden war, erwarb der Zentralverband der deutschen Bäckerinnung „Germania“ das Gebäude und verband es mittels eines Durchbruchs mit dem ebenfalls erworbenen Haus Nr. 6. Noch während des Zweiten Weltkriegs, als die Nachbarschaft schon weitgehend in Schutt und Asche lag, stellte der Gastwirt Gottfried Illig für seinen Betrieb In den Zelten 5 einen Antrag auf Ausschank in seinem Vorgarten. Der Antrag wurde befristet bis zum 31. Oktober 1944 bewilligt.


Weiterführende Literatur

Becker-Cantarino, Barbara. Hrsg. (2019): Bettina von Arnim Handbuch. Berlin / Boston: Walter de Gruyter.

Bräutigam, Helmut (1987): Geschichtslandschaft Berlin. Orte und Ereignisse: Tiergarten (Bd. 2). Berlin: Nicolai.

Schmiedecke, Ralf (2011): Berlin-Tiergarten (Reihe Archivbilder). Erfurt: Sutton Verlag, S. 22.