In den Zelten 23


Das Haus In den Zelten 23 war ursprünglich als Übergangswohnung für den Reichstagspräsidenten erbaut worden, wurde von diesem jedoch nie genutzt. Um 1877 bezog das Ehepaar Carl und Felicie Bernstein die gesamte zweite Etage, die aus zwölf Zimmern bestand und sich auf knapp 400 Quadratmeter erstreckte. Die Bernsteins stammten gebürtig aus Russland und waren jüdischen Glaubens. Carl Bernstein (1842–1894) war Jurist, seine Frau Felicie geb. Rosenthal (1892–1908) die Tochter eines Bankiers. In den Zelten 23 unterhielt das Ehepaar, das sich nach ausgedehnten Reisen 1873 in Berlin niedergelassen hatte, einen literarischen Salon, in dem zahlreiche Intellektuelle der Kaiserzeit verkehrten. Zu ihren Gästen zählten Musiker wie Joseph Joachim und Richard Strauss, Maler wie Max Klinger, Adolph von Menzel und Max Liebermann, der Theaterleiter Otto Brahm, die Historiker Ernst Curtius und Theodor Mommsen sowie Kunsthistoriker wie Wilhelm von Bode, Friedrich Lippmann und Hugo von Tschudi. Etliche von ihnen wohnten in der direkten Nachbarschaft.
Zur weiteren Geschichte des Hauses und seiner Bewohner




Weiterführende Literatur
Anonym (1909): Joseph Pulitzer Takes a House in Berlin with the Intention of Residing There Indefinitely, in: The New York Times, 26. September 1909.
Anonym (1909): Joseph Pulitzer May Go to Cairo, in: The New York Times, 17. Oktober 1909.
Bilski, Emily D., Viktoria Krieger, Chana Schütz und Evelyn Wöldicke. Hrsg. (2025): Berlin Cosmopolite. Die versunkene Welt von Felicie und Carl Bernstein (Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in der Liebermann-Villa am Wannsee, 24. Mai – 8. September 2025). München: Hirmer.
Königswald, Harald von (1938): Das verwandelte Antlitz. Berlin: Kommodore Verlag, S. 81-120.
Wehry, Katrin (2019): Quer durchs Tiergartenviertel. Das historische Quartier und seine Bewohner. Petersberg: Michael Imhof Verlag, S. 84-85.
