Franziska Mann: Könige ohne Land


In den ersten Tagen des neuen Jahres hat unsere Sammlung zu Franziska Mann (1859–1927), der Schwester Magnus Hirschfelds, einen erfreulichen Zuwachs erhalten. Wir konnten antiquarisch eine Erstausgabe von Manns Debüt Könige ohne Land (1903) mit einer eigenhändigen Widmung der Autorin erwerben. Um das gut 100 Seiten zählende Büchlein hatten wir uns im letzten Jahr schon einmal bemüht, aber da war es im Antiquariat verstellt und nicht aufzufinden. Jetzt ist es wieder aufgetaucht und bereichert nunmehr unsere stetig wachsende Sammlung.
Könige ohne Land ist ein kleines Schmuckstück, schon äußerlich betrachtet, aber natürlich auch, was den Inhalt betrifft. In zeitgenössischen Rezensionen hieß es wiederholt, die Erzählung gehöre zu den besten der letzten Zeit. Bei Franziska Mann vereine sich eine „seltene Tiefe und Ehrlichkeit des Empfindens […] mit einem glänzenden Schilderungstalent“, hielten die Rezensent:innen fest. Aus jedem Wort spreche „reifste Lebenserfahrung“. Deshalb sei Könige ohne Land ein Lebens- und Weltanschauungsbuch, für dessen Lektüre sich jede Frau eine Stunde freimachen sollte. Wir fragen: Jede Frau? Warum nicht auch jeder Mann?
