Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft
Die Gesellschaft wurde 1982 von Mitgliedern der Schwulen- und Lesbenbewegung in Westberlin gegründet, als klar wurde, daß bei den geplanten Veranstaltungen zum 50. Jahrestag der Machtübergabe an die Faschisten eine Opfergruppe weiterhin vergessen werden würde: die homosexuellen Männer und Frauen. Die Suche nach einem Anlaß des Gedenkens führte uns auf die Zerstörung des
>Instituts für Sexualwissenschaft von Dr. Magnus Hirschfeld am 6. Mai 1933. Die Gesellschaft widmete ihre Arbeit der Erforschung der Geschichte des Instituts für Sexualwissenschaft, der Geschichte der Sexualwissenschaft und der Sexualreformbewegung allgemein, und der Forderung nach der Etablierung von Geschlechter- und Sexualforschung an einer Berliner Universität. Im Zentrum der politischen Arbeit heute steht die Regelung der Entschädigungsforderung durch die Einrichtung einer
>>Magnus-Hirschfeld-Stiftung zur Erinnerung und Pflege des kulturellen Erbes von Lesben und Schwulen. Hierzu hat sich die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft zu einem
>>Aktionsbündnis mit lesbisch-schwulen Archiven und Forschungsgruppen zusammengeschlossen.
Die Forschungsstelle der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft kooperiert mit lokalen, nationalen und internationalen wissenschaftlichen Einrichtungen und Organisationen.
Die Forschungsstelle wird aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden sowie aus Drittmitteln finanziert. Außerdem arbeiten assoziierte MitarbeiterInnen, StudentInnen und PromovendInnen aus dem In- und Ausland an der Forschungsstelle.
Die Ergebnisse der Arbeit werden in den Mitteilungen der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft, der Schriftenreihe der Gesellschaft, in Aufsätzen und Büchern sowie in Ausstellungen, in Vorträgen und Lehrveranstaltungen an Universitäten und Volkshochschulen der Fachöffentlichkeit und einem breiten Publikum zugänglich gemacht.
Die Arbeit der Forschungsstelle basiert auf Archiv- und Literaturrecherchen sowie auf oral history zur Entstehung und Entwicklung der Sexual- und Geschlechterwissenschaft sowie der Reformbewegungen in ihrem wissenschafts-, sozial- und kulturgeschichtlichen Kontext. Die Forschungsprogramme der MitarbeiterInnen umfassen:
- die sozialen, wissenschaftlichen und politischen Diskussionen, die zur Entwicklung einer Sexualwissenschaft führten sowie die Auswirkungen der Verwissenschaftlichung der Sexualitäten auf die Subjekte;
- die Konstruktion der Geschlechter als ein Ausgangspunkt der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Sexualitäten;
- die Organisationsgeschichte sexualwissenschaftlicher Fach- und Laienvereine sowie die Publikationsgeschichte sexualwissenschaftlicher Periodika und Bücher und deren zeitgenössische Rezeption;
- die Rekonstruktion, wissenschafts- und kulturgeschichtliche Einordnung der Arbeit der weltweit ersten sexualwissenschaftlichen Einrichtung, des Instituts für Sexualwissenschaft (1919-1933). Geforscht wird über die im Institut arbeitenden Personen, Besucher und Gäste; die theoretischen Orientierungen der Mitarbeiter und deren Umsetzung in der wissenschaftlichen und politischen Praxis;
- den Beitrag Magnus Hirschfelds und der Institutsmitarbeiter zur Entwicklung der Sexualwissenschaft in Theorie und wissenschaftlicher, forensischer und sexualreformerischer Praxis.
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Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V. - Startseite (ohne Frame) - Übersicht/Sitemap - Aktualisierung: 09.04.2003